Kastration mit Chip

Informationen über den Kastrationschip für Hunde /Rüden- Suprelorin Implantat

Hier erhalten sie alle Informationen über den Suprelorin Kastrations-Chip

Was ist ein Kastrationschip?

 

Ein Kastrationschip für Rüden ist ein Chip, der Rüden vorübergehend zeugungsunfähig macht und das Testosteron drosselt.

Wie benutzt man ihn?

Der Chip wird vom Tierarzt subkutan unter die Haut gespritzt.  Dies kann z.B. zwischen die Schulterblätter gespritzt werden. Auf keinen Fall soll er in eine Fettschicht injiziert werden. Passiert dies doch, hat er keine Wirkung.

Nach der Injektion, soll die Stelle 30 Sekunden verschlossen werden. Eine vorherige Rasur an der Stelle ist ratsam. Aber nicht jeder Tierarzt rasiert vorher.

Was ist dieser „Chip“ und wie sieht er aus?

Der Chip nennt sich Suprelorin und wird von der Firma Virbac hergestellt.

Es gibt ihn mit 4,7 mg und mit 9,4 mg. Er hat eine Größe von 1,2 cm, die Breite beträgt 2 mm. Er wird mittels einer Spezialkanüle gespritzt. Dazu ist etwas Kraft nötig.

Wie lange wirkt er?

Der 4,7 Chip wirkt 6 Monate, der 9,4 Chip 12 Monate. Dies sind aber nur grobe Anhaltspunkte. Es dauert nach dem Einsetzen 4-6 Wochen bis die Wirkung beginnt. Wie lange er wirkt kommt auch auf das Gewicht des Hundes an. So wirkt er bei Hunden unter 10 kg länger und bei Hunden über 25 kg meist kürzer.

Laut Hersteller dauert es nach Ende der Wirksamkeit des Chip noch 63 Tage bis Zuchtrüden wieder zur Zucht eingesetzt werden können.

Was kostet der Chip?

Das ist von Tierarzt zu Tierarzt sehr unterschiedlich, da der Tierarzt ja den Chip selbst berechnet und dann noch die Behandlung berechnet. Bei der Behandlung kann er ja selbst entscheiden, ob er den einfachen, zweifachen oder dreifachen Satz berechnet. Daher sollten sie unbedingt vorher fragen, was ihr Tierarzt an Kosten berechnet.

Hier ein paar Beispiele:

Kosten des 4,7 mg Chip:

  • Der Chip selbst kostet etwa 80 Euro
  • Die Behandlung kostet zwischen 15€ bis 45 €
  • In Berlin haben wir insgesamt 95 € bezahlt, in Kaiserslautern 125 €

Kosten des 9,4 mg Chip:

  • Der Chip kostet zwischen ca 150 und 180 €
  • Für die Behandlung sind etwa 15€ bis 45€ zu zahlen
  • In Berlin haben wir 165€ bezahlt, in Kaiserslautern 205€

Wie wirkt der Chip?

Als Wirkstoff ist im Suprelorin Chip Deslorelin enthalten. Deslorelin ist ein GnRH-Agonist (Gonadotropin-Releasing-Hormon).

Gebildet wird GnRH im Hypothalamus des Hundes.  Es regt in der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) die Ausschüttung von Gonadotropinen an. Das sind die Hormone welche die Keimdrüsen (Hoden) des Rüden stimulieren.

Durch die Gabe von Deslorelin schüttet die Hypophyse nun meist zuerst eine höhere Anzahl von Gonadotropinen aus. Dadurch wird die Keimdrüsen vermehrt angeregt. Wenn aber wie beim Suprelorin Chip dauerhaft kleine Mengen des GnRH-Agonisten (Deslorelin) an den Körper abgegeben werden, sind die Rezeptoren satt. Dadurch stellen die Keimdrüsen ihre Tätigkeit ein, da sie denken, es sei ja schon genug vorhanden.

Während der ersten 4-6 Wochen, also in der „Anflutungsphase“ kann es sein, dass der Testosteronspiegel steigt. Denn es ist ja laienhaft ausgedrückt nun doppelt so viel vorhanden (durch die chemische Gabe vom Chip und das natürliche ist auch noch vorhanden). Erst dann registriert der Körper des Hundes das genug vorhanden ist und nichts mehr produziert werden muss.

Unsere Erfahrungen mit dieser Anflutungsphase können sie unter „Chip Erfahrungsberichte“ lesen.

Suprelorin Kastrationschip für Rüden

Nebenwirkungen von Suprelorin

Direkte Nebenwirkungen (durch die Injektion):

Laut Dr.vet Förster hat er erst einmal in der langen Zeit in der er  mit dem Suprelorin Chip arbeitet eine Nebenwirkung, nämlich  eine Verdickung der Einstichstelle, feststellen können. Aber natürlich könnte es auch zu Entzündungen kommen.

Nebenwirkungen durch den Wirkstoff:

Eine Kastration, ob chemisch oder durch Operation, kann immer Nebenwirkungen haben. Diese können nicht voraus gesehen werden, da jeder Hund anders reagiert.

Diese können u.a. auftreten:

  • Fressgier
  • Gewichtszunahme (sie sollten unbedingt auf Bewegung achten)
  • Veränderung des Fells. Besonders bei langhaarigen Rassen.
  • Inkontinenz
  • Trägheit
  • Ängstlichkeit, Unsicherheit, Überempfindlichkeit
  • Verhaltensauffälligkeiten in Gegenwart von anderen Rüden
  • Der Hersteller macht darauf aufmerksam, dass aggressive Hunde (soziopathische Störungen) nicht mittels Chip kastriert werden sollten
  • Langfristige Nebenwirkungen sind nicht bekannt

Es ist sicher ein großer Vorteil, dass (laut Herstellerangaben und zahlreicher Tierärzte) die nicht erwünschten Nebenwirkungen nach Ende der Wirkzeit auch wieder aufhôren.

Kann man den Chip entfernen?

Nach Aussage verschiedener Tierärzte kann der Chip in den ersten Wochen wieder entfernt werden. Da er 1,2 cm lang ist, lässt er sich durch die Haut ertasten. Auch kann er mittels Ultraschall lokalisiert werden.

Nachdem er 6 bzw 12 Monate seinen Wirkstoff abgegeben hat, soll er sich nach und nach komplett auflösen.

Der Chip wirkt nicht

Unserer Erfahrung nach kann das an folgenden Dingen liegen:

Probleme beim Chip einsetzen:

  • Nachdem der Chip mit der Kanüle subkutan injiziert würde, muss die Einstichstelle 30 Sekunden zusammen gedrückt werden. Wird das nicht oder nicht richtig gemacht, kann der Chip wieder durch die Einstichstelle austreten
  • Falls der Chip fälschlicherweise oder unbewusst ins Fettgewebe eingesetzt wurde, wird er wahrscheinlich keine Wirkung zeigen, denn der Wirkstoff kann nicht durch die Fettschicht dringen

Der Chip ist nicht mehr da:

  • Der Chip ist nicht mehr da: Man kann den Chip ertasten. Lässt er sich nicht ertasten, sollte beim Tierarzt mittels Ultraschall kontrolliert werden, ob er noch vorhanden ist. Hat sich der Hund zum Beispiel nach dem Einsetzen an der Stelle gekratzt, kann es sein das der Chip dadurch raus gedrückt wurde
  • Nach dem Einsetzen soll der Hund kein Geschirr tragen, wenn die Stelle dann unter dem Geschirr liegt. Den dadurch wird an der Stelle gescheuert, was schmerzhaft ist, aber der Chip kann dadurch auch verloren gehen

Fehlproduktion:

  • Dies ist eher unwahrscheinlich, aber evtl wurde der Chip nicht durch die Kanüle abgegeben, ist also stecken geblieben. Dies müsste der Tierarzt aber gemerkt haben

Weitere Fragen zum Kastrationschip?

Wenn sie nun noch weitere Fragen zum Chip haben, können sie uns gerne per Mail/Kontaktformular kontaktieren:

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