Chip Erfahrungsbericht

Erfahrungen mit Kastrationschip für Rüden

Hier schildern wir unsere Erfahrungen mit dem Kastrationschip Suprelorin. Seit 9 Jahren hat immer mal wieder einer unserer Rüden den Chip erhalten. Daher schreiben wir die Namen des jeweiligen Hundes dazu

Warum Kastrationschip : Ayji

Ayji kam zu uns, als er bereits 11 Monate war. Er kam aus unerfahrener Einzelhaltung,ich möchte fast Einzelhaft sagen, er kannte so gut wie nichts. Keine anderen Hunde oder andere Haustiere, keine Brücken, Fahrrad, kein Zugfahrten, öffentliche Verkehrsmittel, etc. Aber auch kein Leinelaufen, keine Hundeauslauf, kein Abrufen usw. Von Anfang an wusste er nicht, wie auf andere Hunde reagieren. Anfangs war das noch kein grośes Problem, denn er war sehr verspielt und lernte sehr schnell.

Nach wenigen Wochen hatte er so viel Vertrauen, dass er bereit war mit uns über Hängebrücken zu laufen.

Hundebegegnungen waren weiterhin unbeholfen, aber verspielt. Da er immer sofort zum Spielen aufforderte, ließen die Rüden ihn gewähren.

Die Pupertät

Doch dann kam die Pupertät. Fortan „marschierte“ Ayji mit erhobener Rute und geschwellter Brust durch die Straßen. War von Weitem ein ihm deutlich überlegener Rüde zu sehen, stakste Ayji mit ihm unbewusster Drohgebärde auf ihn zu. Ayji schien es nicht klar zu sein, welche Signale er da gab.

Beim Training machte er sich Klasse, Schon bald konnte er Lichtschalter an schalten, suchte und fand versteckte Gegenstände auf Kommando und liebte es immer neue Dinge zu erlernen . Aber sobald ein Rüde um die Ecke kam, war alles vergessen.

Alle paar Meter wird Markiert

Kurz darauf ging die Markiererei los, alle 2 Meter wurde das Bein gehoben. So hoch, dass er teils umfiel.

Probleme wegen Sexualtrieb

Ein befreundeter Polizeihundeführer meinte:“ Umso höher die das Bein heben in dem Alter, umso potenter sind sie“ Dann schob er noch nach:“ Ein erstklassiger Hund, aber wegen dem Sexualtrieb werdet ihr noch Probleme bekommen“ Und er sollte Recht behalten.

Beim Spazierengehen war die Nase nur noch auf dem Boden. Er leckte an Büschen und Boden. Hatte er den Geruch einer Hündin in der Nase, war er nicht mehr abrufbar.

Bissvorfall

Auf dem Hundeplatz haben wir für die Begleithundeprüfung trainiert. Schon draußen hatten sich Ayji und der Riesenschnauzer (Rückenhöhe etwa 70 cm) gesehen. Mir war das in dem Moment nicht bewusst, ich hörte einen Hund in einem Auto aggressiv bellen als wir vorbei liefen. Sehen konnte ich ihn nicht.

Während Ayji auf dem Hundeplatz an der Leine brav im Platz vor mir saß, machte der Riesenschnauzer-Besitzer seinen Hund los um mit ihm Abrufen zu üben. Der dachte nicht dran, raste in Sekunden zu uns und sprang Ayji ins Genick. Wir beide sahen ihn nicht kommen.

Gefährlicher Angriff

Ayji jaulte und schrie, unterwarf sich aber nicht. Das machte den aggressiven Rüden wohl noch wütender er biss immer wieder zu. Zuletzt hatte er Ayjis Pfote im Maul und schleuderte ihn hin und her. Da Ayji sich selbst nicht befreien konnte, sich nicht unterwarf, nur hilflos und panisch schrie, musste eingegriffen werden.

Mit viel Mühe war der Angreiferhund zu bändigen (der Halter tat die ganze Zeit nichts!). Ayji blutete, humpelte und hatte diverse Verletzungen. Beim Tierarzt stellte sich später heraus, dass er eine Verletzung der Speicheldrüse hatte.

Ist Kastration die Lösung?

Es dauerte Wochen bis er wieder ohne Angst anderen Hunden begegnen konnte. Doch kaum war die Angst überwunden und das alte Selbstbewusstsein wieder da, ging der Ärger wieder los. Andere Rüden reagierten auf Ayjis Verhalten extrem aggressiv.

Wir überlegten nun, ob wir die Chip-Kastration probieren sollten. Inzwischen war die Liste die dafür sprach ewig lang.

Verändert der Kastrations-Chip den Charakter des Hundes?

Eine große Sorgen war: Ayji hat einen hervorragenden, geduldigen, liebenswerten, freundlichen Charakter. Er mag alle Menschen und alle Tiere. Er lernt gerne, spielt viel, ist agil, liebt es am Fahrrad zu laufen, ist gutmütig und einfach ein Traumhund.

Würde der Kastrationschip diese tollen Charakterzüge verändern?

Unsere bisherige Erfahrung sagt: Nein

Aber jeder Hund ist anders.

Das Gute: Nach 6-9 Monaten hört der Chip auf zu wirken und Ayji ist dann wieder der Alte.

Termin beim Tierarzt

 

Also sind wir zum Tierarzt und haben mit ihm die Sache durch gesprochen.

Siehe dazu auch: Tierarzt beantwortet Fragen zum Kastrationschip

Er befürwortete eine chemische Kastration. Wir einigten uns auf den 4,7 mg Chip, der laut Hersteller 6 Monate wirkt, laut unserem Tierarzt bei unserem Hund (16kg) etwa 9 Monate wirken wird.

Um alles für diesen Blog ganz genau dokumentieren zu können, habe ich ganz genau hin geschaut:

So wird der Kastrationschip für den Rüden eingesetzt

Die Spritze, die der Tierarzt da aus der Suprelorin Verpackung holte, war schon etwas krass. Es handelt sich um eine fertig zubereitete Spritze mit Kanüle und Schutzkappe.

Die Kanüle war wesentlich dicker als normale Kanülen. Das ist klar, denn das Implantat hat eine Breite von etwa 2 mm , also muss allein die Hohlöffnung 2 mm haben. Ich schätze die Kanüle auf ca 4 mm, also schon ein ganz schöner “ Oschi“ wie man bei uns sagt. Der Chip ist deutlich zu sehen. Er hat eine weiße ganz leicht ins hellbeige gehende Farbe. Ist 2 mm breit und ganze 12 mm (1,2 cm) lang.

Hier ein Foto auf dem man die Kanüle und auch den Chip beim genauen Hinsehen erkennen kann:

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Suprelorin Kastrationschip für Rüden

Ayji kam auf den Tisch und war brav und ruhig wie immer. Ich war etwas verwundert, dass der Tierarzt nicht zum Haarschneider griff um die Stelle zu rasieren. Ayji hat sehr langes Fell und ich kenne es von Süddeutschland so, dass rasiert wird.

Der Tierarzt peilte einen Punkt zwischen den Schulterblättern an und stach ein. Er tat sich sichtlich schwer, die Spritze ab zu drücken.

Ayji sagte tapfer keinen Ton.

Nach dem Abdrücken der Spritze, drückte der Tierarzt noch ca 10 Sekunden auf die Stelle. Dann durfte ich 95€ zahlen, Ayji bekamn seine Belohnung und nichts wie raus 🙂

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Tag 1 nach dem Einsetzen des Chip

Nach dem Einsetzen des Chip war erstmal alles wie immer. Auf dem Weg nach Hause wurde an jedem Busch Halt gemacht, um eine Markierung da zu lassen.

Zwei Rüden trafen wir auf dem Weg. Während Ayji wie immer unbeholfen Richtung „anderer Hund“ schaute, fing dieser schon von Weitem an zu knurren und heftig in die Leine zu gehen. Beim 2.Rüden das gleiche „Spiel“.

Auch der Gehwegboden wurde stellenweise wieder abgeschleckt und manchmal war Ayji komplett in seiner Welt. Wenn er erstmal die Fährte einer Hündin aufgenommen hatte, dann war alles um ihn rum nicht mehr existent.

Also alles wie immer. Auch die „Einschussstelle“ (das Ding war ja echt ziemlich groß) sah normal aus

 

 

Tag 2 bis 10 : Erfahrungen nach Einsetzen des Chip zur Kastration an den Tagen 2 bis 10

Laut Tierarzt soll es ja von Tag 2 bis Tag 5 eine Anflutungsphase geben. Siehe dazu auch unsere Erklärung wie der Chip wirkt unter Kastration mit Chip“

In dieser Phase kann es sein, dass der Hund noch stärker als normal reagiert, auf Hündinnen, andere Rüden, aber auch verstärktes Markieren, Aufreiten usw.

Dazu müssen wir sagen, dass dies bei unseren Rüden, die mit Chip kastriert wurden, noch nie vorkam. Und auch bei Ayji merkten wir an Tag 2 bis 9 keinerlei Unterschied zu vorher. Er war wie immer. Auch seine Hodengröße war wie immer.

Die Hoden hatten wir extra fotografiert.

Ayji war in diesen Tagen verspielt wie immer, sehr agil, sehr gutmütig und beim Training  klappte alles prima. Wir sind gerade dabei ihm etwas Neues bei zu bringen. Auch hier machte er freudig mit.

Mal sehen wie es weiter geht, irgendwann muss sich ja was tun ……

Tag 11 & 12 : Erste Veränderungen?

Ich war mir nicht ganz sicher, ob ich da etwas hinein interpretiere, aber als mich dann auch andere Familienmitglieder ansprechen, war klar, da passiert was:

Wenn ich mich Richtung Fressnapf oder Küche bewege, schwupp ist Ayji da. Als wir ihn bekamen war er sehr dünn. Von daher liebt er es zu Fressen. Er hat aber Normalgewicht, da wir immer auf viel Bewegung Wert legen. Also wie gesagt, kein in die Küche gehen, ohne das Ayji da steht. Er darf nicht in die Küche und steht dann brav an der Türschwelle. Nun aber bin ich schon das 3.mal in die Küche und kein Ayji da. Und auch sonst fiel mir auf, dass er weniger agil ist. Er liegt ôfter auf seinem Bett und relaxt. Normalerweise ist er sehr viel am Spielen. Wenn er nicht schläft spielt er. Er fordert uns auch gern zum Spielen auf, bringt seinen Ball  o.ä. Nun aber scheint er lieber zu relaxen.

Ruft man ihn zum Spiel oder Training, ist er auch an Tag 11 sofort da. Aber grundsätzlich scheint er ruhiger zu sein.

Verändert der Charakter sich?

 Für Menschen die lieber einen ruhigen Hund haben, mag das sehr angenehm sein, dass der Hund mehr relaxt, weniger spielt oder nicht immer dabei sein will. Wir mögen aber unseren putzmunteren Ayji, der immer mit dabei sein mag. So mag das Ruhigersein nicht schlimm sein, trotzdem mache ich mir meine Gedanken, ob sich der Charakter verândern wird?

Beim Gassigehen hat sich aber noch nichts verândert. Es wird markiert wie ein Weltmeister.

Verkleinert sich der Hoden?

Die Hodengröße hat sich minimal verkleinert. Es scheint so, als wenn nun mehr Haut da ist, der Inhalt aber schrumpfte. Vorher hatte Ayji pralle, sehr große Hoden